Presse-Information

IHK-Umfrage bei Unternehmen im Landkreis Ammerland

Gute Rahmenbedingungen ausbauen und offensiver vermarkten

Beirat Ammerland der IHK gibt Empfehlungen ab

55/2017 vom 15. Mai 2017
Oldenburg/Westerstede. Wie zufrieden sind die Unternehmen im Oldenburger Land mit ihren Standorten? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Und wie lässt er sich umsetzen? Um aussagekräftige Antworten auf diese Fragen zu bekommen, hat die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) die bislang größte Standortumfrage im Oldenburger Land durchgeführt. 1300 Unternehmen haben sich daran beteiligt. Auf Grundlage der Ergebnisse haben die sechs regionalen Beiräte Ideen für Projekte und Handlungsansätze entwickelt, um die Standorte attraktiver zu machen. Diese Ideen will die IHK in Kooperation mit Politik und Verwaltung umsetzen.
Ergebnisse
Die Mehrheit der Unternehmerinnen und Unternehmer im Landkreis Ammerland ist laut Umfrage mit ihrem Standort zufrieden. 169 Unternehmen aus dem Landkreis haben sich an der Umfrage beteiligt. 86 Prozent der Unternehmen würden sich wieder für ihren Standort entscheiden. 43 Prozent der Befragten vergeben die Schulnote „gut“, 24 Prozent sogar „sehr gut“, lediglich 1 Prozent benotet hier im Bereich „mangelhaft“ bzw. „ungenügend“.
Zu den großen Standortvorteilen der Region werden die gute Anbindung an das überörtliche Straßennetz, die Wirtschaftsfreundlichkeit, die Lebensqualität und die medizinische Versorgung gezählt. Weitere Standortvorteile im Vergleich zum Oldenburger Land sehen die Unternehmen im Image des Standortes und in der Wirtschaftsfreundlichkeit der Verwaltung.
Handlungsbedarf wird bei dem Breitband- und Internetausbau, der Verfügbarkeit von Fach- und Führungskräften, aber auch von qualifizierten Auszubildenden gesehen. Weitere Standortnachteile liegen in der mangelnden Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie in der Verfügbarkeit von Erweiterungsflächen.
Empfehlungen
Nachholbedarf sieht der IHK-Beirat bei der flächendeckenden Versorgung mit schnellen und verlässlichen Internetzugängen, auch im Bereich der Mobilfunkabdeckung und Hotspots. Auch müsse mehr Bewusstsein für die Digitalisierung 4.0 in Kooperation mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen geschaffen werden. Grundsätzlich sind die Straßenverbindungen und ihr Zustand zufriedenstellend, aber ein Ausbau des ÖPNV in der Region mit einer stärkeren Anbindung an die Oberzentren sollte laut Umfrage angestrebt werden.
Neben Fach- und Führungskräften besteht auch ein großer Bedarf an an- und ungelernten Arbeitskräften. Hier seien die Unternehmen selbst gefordert, sich als attraktiver Arbeitgeber in der Region darzustellen. Aber auch die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum und von öffentlichen Einrichtungen sowie die Kinderbetreuung und Schulversorgung werden als wesentliche Aspekte gesehen.
In diesem Zusammenhang empfiehlt der Beirat eine stärkere überregionale Image-Arbeit des gesamten Landkreises zur Stärkung der „Marke Ammerland“, die die Attraktivität der Region für Arbeitnehmer, aber auch für Unternehmen, darstellt. Hier wird eine Bündelung bestehender und zukünftiger Aktivitäten unter Einbindung der Wirtschaft für wünschenswert gehalten.
Auch wenn die Ergebnisse der Umfrage eine Wirtschaftsfreundlichkeit der Verwaltung aufzeigen, hält der Beirat eine Stärkung der kleinen mittelständischen Unternehmen sowie die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, eine stärkere Bewerbung von Förderprogrammen sowie eine Schärfung des Kostenbewusstseins der Verwaltung für wünschenswert.
Fazit
„Der Landkreis Ammerland ist ein attraktiver Standort für Unternehmen. Im Großen und Ganzen sind die Unternehmen im Ammerland zufrieden, doch im Detail gibt es noch Handlungsbedarf, um sich für die Zukunft gut aufzustellen“, so Wiebke Rohde, Vorsitzende des IHK-Beirates, „Hier wollen wir uns als Beirat einbringen, und mit Verwaltung und Politik gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln.“