Fachkräfte gewinnen

Stadt Oldenburg

Die Stadt Oldenburg ist beliebt – nicht nur bei ihren über 160.000 Einwohnern und zahlreichen Besuchern, sondern auch bei den ortsansässigen Unternehmen. Das belegt der Standortatlas, der auf einer großen Umfrage der IHK basiert. Rund 1300 Betriebe aus dem gesamten Oldenburger Land haben sich daran beteiligt.
195 von ihnen sind in Oldenburg ansässig. Im Schnitt geben sie ihrer Stadt die Schulote 2,1. Gründe: Oldenburg verfügt über eine attraktive Innenstadt, vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und ein reges kulturelles Angebot; die Stadt gilt bei den Betrieben als sicher und als wirtschafts- und familienfreundlich. „Oldenburg ist ein exzellenter Wirtschaftsstandort“, resümiert Felix Thalmann, Vorsitzender des IHK-Beirates Stadt Oldenburg, in dem 63 Unternehmerinnen und Unternehmer vertreten sind.

Ergebnisse

87,4 Prozent der Oldenburger Unternehmen würden sich laut Umfrageergebnis wieder für diesen Standort entscheiden. „Damit liegt die Stadt im Gesamtvergleich des Oldenburger Landes mit seinen neun Kreisen und Städten nur ganz knapp hinter dem Landkreis Vechta, der in dieser Kategorie mit 87,8 Prozent die Wertung anführt“, so IHK-Geschäftsführer Bernd Seifert. Ausgeprägte Stärken zeigt die Stadt bei der allgemeinen Lebensqualität, bei der Qualität ihres Verkehrsnetzes und mit Blick auf die Nähe zu Kunden und Absatzmärkten.
„Es gibt aber auch die eine oder andere Schattenseite“, so Thalmann. Grundstückspreise und Mieten lägen auf eher hohem Niveau, ein nicht ganz untypischer Befund für eine Großstadt. Auch die Zahl der verfügbaren Fach- und Führungskräfte sei ausbaufähig. „Wir müssen uns jetzt gut aufstellen, um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben“, fordert er.

Empfehlungen

Handlungsbedarf sieht der Beirat insbesondere beim flächendeckenden Zugang zu schnellem und verlässlichem Internet. „Der Breitbandausbau in Oldenburg muss beschleunigt werden. Das Stadtgebiet weist hier zu viele weiße Flecken auf, und das ist ein Problem für die Unternehmen“, so Thalmann. Der stellvertretende Beiratsvorsitzende Holger Kierstein ergänzt: „Nicht nur der Netzausbau selbst muss vorangetrieben werden. Auch ausreichende Bandbreiten sind für die Unternehmen entscheidend“.
Auch vom Fach- und Führungskräftemangel sind die Oldenburger Unternehmen betroffen. Der IHK-Beirat sieht dabei zunächst die Betriebe selbst gefordert, attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze anzubieten und eine starke Arbeitgebermarke für sich zu etablieren. Erforderlich sei es aber auch, das Standortmarketing auszubauen, insbesondere die Vorzüge und Angebote der Stadt besser in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.
Zu den besonders wichtigen Standortfaktoren, von denen Fach- und Führungskräfte heutzutage die Wahl ihres Wohnortes abhängig machen, gehört eine gute Versorgung mit Kindertagesstätten und Schulen. Oldenburg wird zwar von den Betrieben als familienfreundlich wahrgenommen. Dennoch gibt es auch hier Versorgungslücken. Sie zu schließen, ist Aufgabe der Stadt und auch der Unternehmen selbst.
„Oldenburg ist ein attraktiver Standort für Unternehmen. Dennoch sind alle Akteure – Unternehmen ebenso wie Politik und Verwaltung – gleichermaßen dazu aufgerufen, diesen hohen Standard zu halten und auszubauen“, meint Thalmann. „Die IHK wird ihren Beitrag dazu leisten.“