Konjunkturumfrage 1. Quartal 2017

Beste Stimmung seit drei Jahren

 „Die oldenburgische Wirtschaft ist sehr erfolgreich in das neue Jahr gestartet – die Konjunktur ist weiter im Aufwind“, freut sich Björn Schaeper, Geschäftsführer für den Bereich Wirtschaftspolitik bei der IHK, über die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage. Unser Konjunkturklimaindex, der sich aus der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und der zukünftigen Entwicklung zusammensetzt und somit die Stimmung der Wirtschaft misst, stieg im ersten Quartal 2017 um über 10 Punkte auf 122,1 Zähler.
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Das sei der beste Wert seit drei Jahren, so Schaeper. Rund 500 Unternehmen hatte die IHK zur wirtschaftlichen Situation befragt.
„Die Industrieunternehmen haben wesentlich zur guten Stimmung beigetragen“, erläutert Schaeper das Umfrageergebnis. Die Industrie habe sich in den vergangenen Quartalen eher verhalten geäußert, im aktuellen Quartal sei aber der Umschwung gekommen. Ursächlich dafür sei ein deutlich gestiegener Auftragseingang. „Das zeigen auch die Industrieumsätze im Januar: Plus acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, erklärt Schaeper.
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Auch viele Einzelhändler sind gut in das Jahr gestartet. Das gleiche gilt für Großhandel, Baugewerbe und Dienstleistungen. Im Transport- und Logistikgewerbe melden einige Unternehmen Auftragsrückgänge durch die Geflügelgrippe.

Zuversicht für die kommenden Monate

„Die oldenburgischen Unternehmen rechnen für das Jahr 2017 mit einer Fortsetzung des Aufschwungs“, so der IHK-Geschäftsführer. Viele Branchen sind positiv gestimmt. Das Verkehrsgewerbe bleibt allerdings skeptisch, da der Kostendruck durch den intensiven Wettbewerb hoch bleibt
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Die Zuversicht drückt sich auch in der Investitionsplanung aus. Erstmals seit zwei Jahren bleiben die Planungen zwei Quartale hintereinander auf hohem Niveau. Vor allem die investitionsintensiven Branchen wie Industrie und Baugewerbe wollen die Ausgaben erhöhen. Allerdings bleibt die Ersatzbeschaffung das Hauptmotiv der Investitionen, gefolgt vom Rationalisierungsmotiv. Erst an dritter Stelle folgt die Kapazitätserweiterung. Die Zahl der Beschäftigten dürfte weiter steigen.
Aus Sicht der Unternehmen bleibt der Fachkräftemangel, der das weitere Wachstum zu begrenzen droht, Geschäftsrisiko Nummer Eins, so Schaeper. An zweiter Stelle folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, also bürokratische Belastungen, die möglichen Brexit-Folgen und die zunehmend protektionistischen Tendenzen im Welthandel. Die Arbeitskosten liegen auf Platz drei.
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Die Branchen im Einzelnen

Die Industrieunternehmen geben die beste Lagebeurteilung seit drei Jahren ab. Ein deutlich gestiegener Auftragseingang im ersten Quartal ist der Grund hierfür. Besonders das Ausland hat stark regionale Produkte nachgefragt.
Die Boom-Phase im Baugewerbe hält an. Die hohe Nachfrage nach Wohnungen sowie steigende Bauinvestitionen der Unternehmen sorgen für eine hohe Auftragsreichweite.
Der Einzelhandel im Oldenburger Land ist mit dem Start ins Jahr 2017 trotz des späten Ostergeschäfts zufrieden. Die Stimmung hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert und die Unternehmen blicken zuversichtlich in die Zukunft.
Jedes zweite Großhandelsunternehmen meldet gute Geschäfte, damit bleibt die Branche im stabilen Fahrwasser. Der Fachkräftemangel bleibt ein Problem und begrenzt u. a. Chancen im Exportgeschäft.
Das Verkehrsgewerbe meldet ein schwaches erstes Quartal. Sowohl die Ertragslage als auch das Umsatz- und Beförderungsvolumen blieben hinter den Erwartungen zurück. Als Gründe werden auch steigende Lohn- und Energiekosten genannt.
Viele Unternehmen der regionalen Dienstleistungsbranche sind erfolgreich in das Jahr 2017 gestartet. Besonders positiv laufen die Geschäfte in der Medienwirtschaft und den IT-Unternehmen sowie im Grundstücks- und Wohnungswesen.